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Ohne Zweifel gehört Jeff Waters zu den wichtigsten und einflussreichsten Metal-Gitarristen der Gegenwart. Sein grandioses Rhythmusgefühl, die einzigartige Mischung aus Dynamik und filigraner Detailarbeit, sein Ideenreichtum und sein sicheres Gespür für Hooks und Riffs haben zahllose junge Musiker nachhaltig beeinflusst. Waters Band Annihilator gilt unter Fans und Fachleuten gleichermaßen als Paradebeispiel einer intelligenten, Schweiß treibenden und immer wieder überraschenden Metal-Formation, die in den zurückliegenden Jahren gleich mehrere Klassiker vom Schlage Alice In Hell, Never, Neverland, King Of The Kill, Carnival Diablos oder Schizo Deluxe veröffentlicht hat. Höhepunkte gab es in der Karriere dieser Gruppe also zuhauf. Dennoch behauptet Waters, der bei allem Erfolg bodenständig geblieben ist und beileibe nicht zu leichtfertigen Übertreibungen neigt: „Metal ist eines der coolsten Gitarrenalben aller Zeiten und gleichzeitig die stärkste Scheibe meiner Karriere. So etwas kann man nicht planen, es passiert ganz einfach.“ Wer den Kanadier kennt, weiß, dass diese Ankündigung weder ein halbseidenes Lippenbekenntnis noch ein einstudierter Werbeslogan ist. Metal ist schon heute ein Klassiker des Genres, das neben allen typischen Annihilator-Stärken sensationelle Gastbeiträge von Metal-Giganten wie Alexi Laiho (Children Of Bodom), Danko Jones, Michael Amott und Angela Gossow (Arch Enemy), Corey Beaulieu (Trivium), Willie Adler (Lamb Of God), Jeff Loomis (Nevermore), Jesper Strømblad (In Flames), Steve ´Lips` Kudlow (Anvil), Anders Bjørler (The Haunted), Mike Mangini (Vai, Extreme, Annihilator) oder Jacob Lynam (Lynam) umfasst. Wie gesagt: Angesichts solch grandioser Vorzeichen ist Waters Begeisterung wahrlich keine Angeberei.

Zur Vorgeschichte: Nach der Veröffentlichung einiger hoch gelobter CDs in den Jahren 2004 und 2005 befreite sich Waters 2006 von einer ganzen Reihe Probleme mit Geschäftspartnern. Dieser Befreiungsschlag bescherte dem Annihilator-Boss so viel neue Energie, dass er seine Frustration in ein erfolgreiches Songwriting kanalisieren konnte. „Anstatt mich öffentlich über die Schwierigkeiten zu beschweren, die ich mit einigen Business-Partnern hatte, entschied ich mich, den Mund zu halten, sie mir vom Hals zu halten und das zu machen, was ich am besten kann: nach vorne schauen und das verdammt beste Metal-Album zu schreiben, das ich abliefern kann. Neue Verträge mit Steamhammer/SPV in Europa, ein weltweiter Kontrakt mit dem Tourneegiganten ´The Agency`, eine Killerband und eine Monsterscheibe sind das Ergebnis eines turbulenten Jahres.“

So weit, so gut. Derartige Motivationen sind im Metal-Zirkus nichts Ungewöhnliches. Doch mitten im Entstehungsprozess des neuen Albums passierte etwas völlig Unvorhergesehenes. Waters war zur Party einer amerikanischen Plattenfirma geladen, bei der er erstaunt feststellen durfte, dass viele berühmte Gitarristen seine Arbeiten mit Annihilator kennen. Ermutigt durch diese unerwartete Unterstützung und nach Gesprächen mit langjährigen Annihilator-Fans, die sich aus Mitgliedern von Bands wie Trivium, Children Of Bodom, Lamb Of God oder Arch Enemy rekrutierten, fragte Waters etwas unsicher nach, ob sie nicht auf dem einem oder anderen Track der neuen Annihilator-CD spielen möchten … der Rest ist Geschichte. „Es gab nicht genügend Songs auf dem Album, um alle Musiker zu berücksichtigen, die zugesagt hatten.”

Herausgekommen ist ein Album, das spektakulär und abwechslungsreich klingt. Waters: „Wenn Leute mich fragen, welche Art von Heavy Metal wir machen, kann ich immer nur sagen: jede erdenkliche, also von Thrash, Speed und Death über Jazz und Blues bis hin zu Balladen. Eine Grenze gibt es für uns nicht.“ Genau deshalb auch der schlichte aber aussagekräftige Albumtitel: Metal. Mehr Worte zur Beschreibung braucht diese Scheibe nicht.

Die Basictracks der zehn neuen Songs wurden durch Waters, der im Studio Gitarre und Bass übernahm und zudem ein Stück selbst eingesungen hat („Operation Annihilation“), Schlagzeuglegende Mike Mangini und den langjährigen Annihilator-Sänger (und Tourgitarristen/Frontmann) Dave Padden eingespielt. Dazu kommt eine ganze Metal-Armee von Background-Sängern, deren Namen im CD-Booklet zu finden sein werden. „Es mag vielleicht etwas sonderbar klingen, wenn ich sage: Die neue Scheibe erinnert mich an die vier ersten Annihilator-Veröffentlichungen“, erklärt Waters. „Man könnte denken, dass ich mich künstlerisch rückwärts orientiere. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Ich versuche stets, mich musikalisch weiterzuentwickeln. Fakt ist dennoch, dass ich die neuen Songs wieder in der Manier der frühen Annihilator-Werke komponiert habe. Anstatt sie mit Hilfe eines luxuriösen Studioequipments zu schreiben und gleich aufzunehmen, entstanden fast alle Gitarrenriffs mit einem simplen Ghettoblaster. Erst wenn mich eine Idee wirklich begeisterte, suchte ich anschließend einen Rhythmus dazu und arrangierte das Stück.“

Im April bereits starten Annihilator als special guest von Trivium auf eine große Europatournee. Mehr als 40 Konzerte umfasst die bis Anfang Juni dauernde Konzertreise, bei der Waters & Co. in Ländern wie Deutschland, England, Belgien, Holland, Finnland, Schweden, Dänemark, Österreich, Italien oder auch Frankreich spielen werden. „Endlich befinden sich unsere geschäftlichen Belange in den besten Händen“, freut sich der Kanadier. „Wir haben eine ehrgeizige Plattenfirma, ein engagiert arbeitendes Management und eine Konzertagentur, die uns richtig in Szene setzt.“ Und das dafür notwendige Klassealbum steht unter dem Titel Metal ebenfalls bereits in den Startlöchern.

TRACK LISTING
1. Clown Parade – feat. Jeff Loomis (Nevermore)
2. Couple Suicide – feat. Danko Jones (Danko Jones) & Angela Gossow (Arch Enemy)
3. Army Of One – feat. Steve ´Lips` Kudlow (Anvil)
4. Downright Dominate – feat. Alexi Laiho (Children Of Bodom)
5. Smothered – feat. Anders Bjørler (The Haunted)
6. Operation Annihilation – feat. Michael Amott (Arch Enemy)
7. Haunted – feat. Jesper Strømblad (In Flames)
8. Kicked – feat. Corey Beaulieu (Trivium)
9. Detonation – feat. Jacob Lynam (Lynam)
10. Chasing The High – feat. William Adler (Lamb Of God)